Würfel-Ligretto
Würfelspiel
Fröhliche Hektik! - Ligretto legt nach und
wird noch besser
Ein Blick in die Historie der Spiele ist interessant. Schon in den 1920er Jahren war ein Spiel unter dem Namen „Rasender Teufel“ in Deutschland bekannt, das in seinen Grundzügen recht deutlich an das mittlerweile weltweit bekannte Kartenspiel „Ligretto“ erinnert. Schnelligkeit, Kombinationsgabe, Auffassungsvermögen und eine kleine Portion Glück sind vonnöten, will man als Erster alle Karten ablegen und das Spiel gewinnen. Ein simples, aber tolles Spielvergnügen, das seit über zehn Jahren in Deutschland seine Fans und Freunde gewonnen hat.
Selbstverständlich gehört es sich für erfolgreiche Spiele – gerne auch Filme, Bücher, Markenartikel -, dass Sequels, Ausbauten, Fortsetzungen und Adaptionen produziert und veröffentlicht werden. Einerseits aus durchaus berechtigten ökonomischen Gründen, andererseits um den interessierten und hungrigen Spielern weitere Optionen des Glücksgefühls anzubieten. Von Ligretto gibt es mittlerweile das Junior-Ligretto, das Fußball-Ligretto oder das Sponge-Bob-Ligretto, um nur einige zu nennen. Jene zeichneten sich aber in erster Linie durch neue graphische Elemente oder leichte Regeländerungen des Grundspieles aus. Bei Würfel-Ligretto, dem neuesten Wurf (sic!) aus dem Hause Schmidt-Spiele, ist das anders. Es ist ein eigenes Spiel, das – und das ist das Schöne – der Kartenversion sogar einiges entgegen zu setzen hat.
Zu Beginn des Spieles kommen alle Würfel in ein Säckchen, aus dem sich jeder Spieler – abhängig von der Spielerzahl - eine bestimmte Anzahl zieht. Die Spieler legen nun ihre Würfel in ihren Würfelbecher und dann geht das bekannte Chaos endlich wieder los. Alle beginnen gleichzeitig zu würfeln und versuchen dann, ihre Würfel auf die passenden Felder des Spielbretts zu legen. Wer zuerst legt, ist seinen Würfel los, es darf aber nur in der richtigen Reihenfolge abgelegt werden. Das heißt: Liegt in der Farbe Rot schon der Würfel mit der Eins in der Reihe, muss als nächstes die Zwei kommen. Wer als erster Spieler seine Würfel losgeworden ist, ruft "Ligretto" (oder „Fertig“) und beendet damit die Runde. Der Sieger der Runde erhält die Anzahl der noch nicht untergebrachten Würfel als Pluspunkte, während jeder seiner Mitspieler die Anzahl der eigenen nicht untergebrachten Würfel als Minuspunkte bekommt. Das Spiel endet nach der arithmetischen Leichtigkeit von Spieleranzahl mal drei Runden.
Die Vorteile gegenüber dem Kartenspiel liegen auf der Hand bzw. auf dem Tisch. Bei den Karten konnte es schnell zu Missverständnissen und Unübersichtlichkeit kommen, das kann bei den Würfeln und dem klar strukturierten Spielfeld nicht passieren. Spielen Kinder mit können je nach Alter einige Würfel weggelassen werden bzw. den älteren Zockern zu Beginn einige mehr aufgebrummt werden. Nachteilig gegenüber dem Original ist vielleicht der Krach, den das Würfeln verursacht, da dies ein ordentliches Gepolter mit sich bringt. Da es aber eh um ein Schnelligkeitsspiel geht, sollte dieser Faktor keine große Rolle spielen. Wenn’s hektisch wird, wird’s eben auch ein bisschen lauter.
Als Schlussfazit bleibt festzuhalten, dass Würfel-Ligretto kein abendfüllendes Spiel ist, sonder ein lustiger Muntermacher für zwischendurch. Vor allen Dingen Kinder haben an solchen Actionspielen ihre Freude. Den Preis rechtfertigt nicht nur das Spiel selbst, sondern vor allen Dingen 24 tolle farbige Würfel, die man fortan als wichtige Ingredienz für alle anderen Spiele im Haushalt sein Eigen nennen darf. Bleibt abschließend nur noch die Frage, welche Ligrettoidee uns als nächstes faszinieren wird.
Marco Gerhards
Wir danken dem Verlag/Hersteller für die freundliche Bereistellung eines Rezensionsexemplars!