Swords and Soldiers

Daedalic Entertainment

PC-Spiel 

Kämpfen mit Köpfchen und Humor

Die holländischen Spielentwickler vom Ronimo Games haben mit Swords and Soldiers einen richtigen Konsolenhit geschaffen und konsequenterweise wird dieser nun unter der Federführung von Daedalic Entertainment auf den PC transferiert. Grundsätzlich geht es um eines: batteln! Drei verschiedene Kampfestruppen (Wikinger, Azteken, Chinesen) stehen zur Verfügung, um sich entweder mit dem Computer oder Freunden zu messen. Und das macht Laune, bei der richtigen Prise Humor, die an Worms oder North and South (zwei genrebildende Klassiker) erinnert, sogar verdammt viel Spaß.

Grundsätzlich hat es jede Partei mit zwei verschiedenen Arbeitertypen zu tun: Goldgräbern und Soldaten. Erstere sind dringend notwendig, um die nötige Kohle zu besorgen, mit der man dann alles das bezahlen kann, was auch die Kriegsminister dieser Welt zu beschaffen haben. Je mehr Gold zur Verfügung steht, umso besser und variabler können die Soldateneinheiten ausgebildet und bestellt werden. Neben den Kämpfereinheiten können aber auch Zaubersprüche gekauft werden, aktive, die vom Spieler während des Kampfes schnell und einfach ausgewählt werden können (Blitzeinschlag, Heilung, Bombe) oder passive, die automatisch ins Spielgeschehen integriert werden.

Hinzu kommen bestimmte Gebäude, die den Gegner zusätzlich unter Druck setzen können und die wie alle anderen Elemente auch, für die drei verschiedenen Kämpfertruppen artenspezifisch sind. Überhaupt sind die drei Eigenschaftsvariabilitäten besonders einfallsreich, lustig und innovativ. Wikinger haben starke Berserker in ihren Reihen, Azteken flinke Leopardenläufer und Chinesen solide, aber ausdauernde Fernkämpfer. Sie alle haben ihre Stärken und Schwächen, es gibt zahlreiche Feinheiten, die das Spiel abwechslungsreich und auch auf lange Sicht immer wieder spielbar machen.

Das Spiel selbst funktioniert, hat man seine Mannen aufgestellt und die Strategie festgelegt, größtenteils von selbst. Spezialmanöver werden integriert, aber Rohstoffversorgung, Zusammensetzung und die Entwicklung neuer Technologien werden vorher festgelegt. Die Kämpfer kennen nur eines, wenn sie einmal losgelassen sind: auf den Gegner rennen und kräftig drauf loshauen. Durch die herrliche Grafik und die originelle Animation ist das aber eher unterhaltende und kinderfreundliche Spaßunterhaltung als morbide Splatterbrutalität. Einfach klasse, wie hier der Kampf zum lustigen Strategiephänomen mit magiekundigen Spezialeinheiten und gigantischen Katapulten (wenn man, mal soweit gekommen ist) wird.

Neben gut strukturierten und anwenderfreundlichen Spieloptionen (Ein- und Mehrspieleroption, freispielbare Erfolge, Minispiele zur Erweiterung des Repertoires) begeistert vor allen Dingen die simple, aber herrliche Bedienung. Jede Aktion lässt sich mit einem Mausklick initiieren und wieder abbrechen. Das geht schnell und einfach, und obwohl hier ein tiefes Strategieerlebnis verschenkt wird, ist es dennoch übersichtlich und locker. So soll es sein, die oben erwähnten Klassiker dürfen sich freuen, einen würdigen Nachfolger gefunden zu haben. Die Entwickler waren kreativ bis zum Äußersten, wer auf Strategie steht, kann es sich nicht erlauben, hier drauf zu verzichten.

Marco Gerhards

 

Wir danken dem Verlag/Hersteller für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!