Die Siedler von Catan
(Neuausgabe 2010)
Brettspiel
Schöner „siedeln“ - Jahrhundertspiel
in neuer Aufmachung
Catan ist eine Insel und wahrscheinlich die berühmteste
Insel nach der Schatzinsel von Robert Louis Stevenson. Auf jener nämlich,
zumindest der als solcher vermuteten, landeten in den letzten 150 Jahren
zahlreiche Gold- und Schatzsucher – bislang aber ohne Erfolg. Bei Catan ist
das anders. Dort landeten ebenfalls begierige Spaß- und Kooperationsfreunde,
sie alle hatten aber mehr oder minder das Glück auf ihrer Seite, denn einen
Gewinner gibt’s immer und wenn man zu den Verlieren zählte, will man dies
beim nächsten Mal natürlich anders machen; die Chancen stehen jedenfalls im
Vergleich zum sagenumwobenen Inkaschatz, der aus Lima auf die Schatzinsel
gebracht worden sein soll, deutlich größer.
Neben den glücklichen Spielern darf vor allen Dingen Klaus
Teuber, der Erfinder dieses Wunderwerkes, einen Purzelbaum nach dem anderen
schlagen. Auch der verantwortliche Herausgeber, der Kosmos Verlag, hat seit gut
fünfzehn Jahren alle Hände voll zu tun, den unsagbaren Schatz auszustellen und
beliebig zu erweitern. Das funktioniert glücklicherweise nicht nach
merkantilistischen Regeln der Effizienz, sondern orientiert sich an Kunden und
Spielerbedürfnissen; die Möglichkeit, Zusatzkarten (für das
2-Spieler-Kartenspiel) beim Verlag kostenlos anzufordern, spricht Bände für
den hervorragenden Service aus diesem Hause.
Bis heute hat dieses Spiel in Deutschland allein fast zehn
Millionen Exemplare abgesetzt. Bei einer Spielrunde von vier Personen, plus der
Option wechselnder Besetzung, kann man davon ausgehen, dass wahrscheinlich jeder
zweite Deutsche dieses Spiel schon einmal gespielt hat. Demzufolge ist es alles
andere als verwunderlich, wenn Klaus Teuber für diesen Griff in die Ideenkiste
die Auszeichnung „Jahrhundertspiel“ bekommen hat. Zahlreiche Erweiterungen,
Computer-, ja sogar Literaturadaptionen hat es seitdem gegeben und das Vergnügen
ist in keinster Weise geringer geworden. Im Gegenteil, die Neuerscheinungen
zeichneten sich durch geschickte und notwendige Verbesserungen aus. Da macht
auch die Neuausgabe 2010 keine Ausnahme.
Im Vergleich zur letzten Neuausgabe vor einigen Jahren hat
sich primär das graphische Element gewandelt. Die Spielkarten, die
Ertragskarten und auch die Aktionskarten, sind neu layoutet und sehen
realistischer aus. Schafe sind jetzt tatsächlich Schafe und nicht einfach grüne
Wiesen und Erz- oder Lehmabbaugebiete können als solche problemlos
identifiziert werden. Die besonders hilfreiche Struktur der Kartenschachteln,
der Wasserbegrenzung und der schönen Plastikbauten sind beibehalten wollen und
sollten überhaupt nie mehr verändert werden, denn damit spielt es sich, im
Vergleich zum fünfzehn Jahre alten Original, doch einfach besser und
sympathischer.
Wie bereits errechnet, gibt es ja immer noch einige
Millionen Menschen, die dieses Spiel nicht kennen bzw. noch nicht gespielt haben. Für solche, und vor allen
Dingen auch für die, die noch die erste Version im Hause haben, lohnt sich
dieser Kauf für ein Leben lang. Die neue Version ist perfekt und lässt keine Wünsche
offen, das Siedleruniversum darf weiterhin beständig erweitert werden. Jeder
Fan ist nach wie vor heiß auf Neuigkeiten aus dem Hause Siedler. Das eigene
Universum, das die Spieler ursprünglich in ihrem kleinen Rahmen bauen sollten,
hat sich auf ein ganzes Genre ausgeweitet. Die Siedler sind ein Begriff, ein
Meilenstein, und Monopoly und Scrabble liegen (fast) in der Ecke.
Marco Gerhards
Wir danken dem Verlag/Hersteller für die freundliche
Bereistellung eines Rezensionsexemplars!