Schweinebande
Hans im Glück / Schmidt Spiele
Brettspiel
Es grunzt so schön
Die Schweine grunzen, die Hähne krähen, die Rinder muhen und die Ziegen meckern. Die Sonne scheint, die Bauern arbeiten und die lustige Tiergemeinschaft wird regelmäßig gefüttert. Idyllische Ansichten von einem Bauernhof, der mit diesem Spiel jung und alt didaktisch ganz wunderbar nahe gebracht werden kann. Abseits strategischer Kniffe und spielerischer Überlegungen ist dem Hans-im-Glück-Verlag ein pädagogisch äußerst wertvolles Spiel gelungen, dass bereits durch seinen bunten, herzlichen und simplen Spielaufbau sowie die durchdachten Spielplättchen und die farbigen Holzbauern besticht. So wird Kindern natürliche Tierhaltung erklärt, auch wenn dies in der Realität natürlich nicht immer so funktioniert.
Wer Lust hat an gelungenen Spielkonzepten, für den ist die Schweinebande eine willkommene Einladung. Wie funktioniert es? Verschiedene Bauern (Spieler) müssen in verschiedenen Schritten erst einmal die verschiedenen Nutztiere einsammeln, in bestimmte Gruppen auf ihren Hof einbauen, füttern und am Ende die entsprechenden Punkte einkassieren. Keine besonders schweren Aufgaben, dafür aber knifflige Optionen, wenn es gilt die Bauern auf dem Spielfeld so zu platzieren, dass man am Ende einer Runde auch möglichst viele Tiere bekommen kann. Als 4er- oder 6er-Gruppen können dann die eingesammelten Tiere platziert werden; die restlichen können dann entsprechend ihres Wertes verkauft werden. Das ist auch nötig, denn mit dem Geld muss das Futter gekauft werden, mit dem der Hunger der platzierten Tiere gestillt werden will. Der ganze Ablauf wiederholt sich in drei Runden, am Ende wird abgerechnet, die Schweinegruppen, daher der Name des Spiels, zählen in der letzten Runde doppelt.
So wird also den Schweinen, ganz wie im richtigen Leben der Nahrungsmittelkette, eine besondere Rolle zugedacht. Auch die Rinder, die als Einzelplättchen den höchsten Wert innehaben, stehen somit an jener Stelle, die ihnen auch in unserer Gesellschaft beikommt. Die weiteren rangniederen sind Ziegen, Schafe, Esel und Hühner: allesamt bekannt und ein weiterer Belege für den engen Bezug, den die Spielemacher hier an die Realität gestellt haben. Klasse ist, wie simpel diese natürlichen Tatsachen ins Spielerische übertragen worden sind.
Der Spaßfaktor des Spiels ist ausgesprochen hoch, nicht nur wegen des sympathischen Äußeren, sondern wegen der vielen Möglichkeiten zu taktieren. Es muss richtig gelegt, gesetzt, kombiniert, gerechnet und verkauft werden. Dabei ist es aber nicht überladen mit Regelkonstruktionen, sondern lässt sich nach 10 Minuten Kunde der Anweisungen bereits flott umsetzen.
Fazit: Ein wirkliches Familienspiel, so wie es die Werbung vorgibt, mit tollen Layout, gelungener Spielidee und strategischem Witz. Zwei bis fünf Spieler können an der Tierbanderei teilnehmen, ein Spiel dauert durchschnittlich eine halbe Stunde und kann so in mehreren Runden als abendfüllende Unterhaltung durchgehen, genau so wie als anspruchsvolles Spiel zwischen durch. Prädikat: uneingeschränkt empfehlenswert!
Marco Gerhards
Wir danken dem Verlag/Hersteller für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!