Scheinheilig
Teufel komm raus!- Lügen will gelernt
sein
Teufel und Engel kennen viele aus christlichen Erzählungen,
die die meisten von den vielen nicht mehr hören geschweige denn wahrhaben
wollen. Das ist an sich nicht verkehrt, nur sollte man nicht den Fehler begehen,
zu glauben, es gäbe jene Wesen nicht. Sie sind tatsächlich mitten unter uns,
spiel- und erlebbar auf den pfiffig kreierten Karten des Spiels
„Scheinheilig“ aus dem Hause Amigo.
Neben Engelchen und Teufelchen, gibt es Zahlenkarten von
Eins bis Zehn und die Sonderkarte Aussetzen. Das ist es, was ein einfaches und
schnell zu erlernendes Spiel braucht. Stabile, aber nicht zu überladene Basis
und simple Regeln. Diese lauten wie folgt: Werde alle Karten los! Klingt ja
wirklich ganz einfach, ist es auch, denn man muss nur die entsprechende Zahl,
die an der Reihe zum Abwerfen ist, bedienen. Nur, und nun kommt der Haken samt
Engel und Teufel ins Spiel: man kann es nicht immer.
Glücklicherweise müssen die Spieler ihre Karten verdeckt
ablegen und dabei ganz schienheilig die Zahl nennen, die an der Reihe ist. Und
nun liegts an den Mitspielern, der Sache Einhalt zu gebieten. Ein lautes
„Scheinheilig“, gerne aber auch „Du lügst“ oder „Stopp“, genügt,
um sich das Recht des Nachschauens zu genehmigen. Und dann schaut man nach und
stellt fest: gelogen oder nicht- Dann muss derjenige, der falsch liegt, mit dem
Rachewürfel Karten zum Nachziehen ausspielen. Und das kommt ziemlich oft vor,
denn hat man keine passende Karte, muss man eben eine falsche legen und das kann
bitter enden.
Glücklicherweise retten einen die Engel, sie sind der
allgegenwärtige Joker und passen immer. Die Teufel hingegen sind die stetigen Lügenbarone
und werden immer bestraft. Aber das muss ja erstmal durchschaut werden, so dass
die Taktik dieses Spiels ganz klar beim unauffälligen Ablegen und
sich-unschuldig-anstellen liegt. Wer das bis zum Schluß am besten meistert und
sich für das schwierige Finale noch ein paar Engel auf der Hand behält,
gewinnt.
Fazit: „Scheinheilig“ kommt genau so daher, wie es heißt. Man spielt die ersten Runden und denkt, dass dies kein besonders neues oder witziges Spiel ist und bemerkt ganz nebenbei, dass das so nicht stimmen kann. Denn die Diskussionen werden lauter, die Gefechte hitziger und die Knobeleien ausgetüftelter. Ein bisschen erinnert es eine Partie Poker, wo ja auch ein simples Spielprinzip zum Weltruhm ausreichte. Der Clou liegt in der persönlichen Maske und genau diese ist auch hier gefragt. Wer auf interaktive und spannende Gesellschaftsrunden steht, kann mit diesem Spiel nichts falsch machen. Engel und Teufel warten auf euch, es ist also fast wie im richtigen Leben.
Marco Gerhards
Wir danken dem Verlag/Hersteller für die freundliche Bereistellung eines Rezensionsexemplars!