Monopoly Deal
Hasbro
Kartenspiel
The Landlords Game war 1904 eine wunderbare Spielidee der Amerikanerin Eilzabeth Magie Phillips und sah in seinen Grundzügen nicht anders aus, als das drei Jahrzehnte auf dem Massenmarkt populär gewordene Spiel Monopoly, als dessen Erfinder lange Zeit Charles Darrow galt. In den 1970er Jahren klärte sich dann dieser ungewöhnliche Patent- und Rechtsstreit, unzweifelhaft ist jedoch, dass Parker Games respektive dessen Dachinstitution Hasbro heutzutage alle rechtmäßigen Lizenzen für dieses Spiel besitzt und sich nach wie vor freuen darf, das beliebteste und erfolgreichste Spiel aller Zeiten vermarkten zu dürfen.
Viele Neuauflagen, Abänderungen und Spezialedition zeigen wie kreativ und adressatengerecht die Spielerfinder auch heute noch die klassische Version ausbauen können. Monopoly Deal schafft nun gar das Unmögliche: Die ganze Spannung und den Spielspaß in 110 Karten einzubauen und damit ein zackiges, pfiffiges, witziges und sehr, sehr interaktives Kartenspiel zu präsentieren. Statt der üblichen Endlospartien der Normalversion, darf man hier bereits nach einer Viertelstunde einen Sieger küren. Fein so.
Wie funktioniert es? Denkbar einfach, so dass man, wie es die Anleitung schon richtig schreibt, nach eine Lektüre von gerade einmal fünf Minuten losspielen kann. Wie bei einem Kartenspiel so üblich muss man selbige ziehen und ablegen. Durch letzteres baut man vor sich seine Straßenreihen und seinen Geldvorrat auf, in die Mitte werden Ereigniskarten gelegt. Die Straßen sind noch immer diejenigen (und zwar in den gleichen Farben), die wir als Kinder schon herunterbeten konnten. Opernplatz, Schloßalle und die legendäre Badstraße – alles am Start, was unvergessen bleibt. Jene drei zusammengehörigen Straßen muss man vor sich zum Auslegen bringen, hat man drei komplette Sätze ist man der Sieger des Spiels.
Glücklicherweise gibt es auch Jokerkarten, denn gerade bei mehreren Spielern ist es natürlich nicht so leicht, genau diese drei Karten einer Farbe auf die Hand zu ziehen. Neben den Jokerkarten ragen aber besonders die Ereigniskarten heraus, mit denen man eine Vielzahl von tollen und zum Teil äußerst fiesen Aktionen einleiten kann. Nicht nur Häuser und Hotels können den Wert der Straßenreihen erhöhen, auch die Mieten können mit den Ereigniskarten eingefordert werden. Zu den niederträchtigen, aber diesem Spiel die Würze gebenden Karten gehören solche, die unter dem Nahmen „Schlau geklaut“ oder „Übernahme“ schon alles sagen. Nur gut, dass es auch die Karte „Nix da“ gibt, mit der man den fiesen Attacken einen Riegel vorschieben kann.
Adaptionen von Brett- zu Kartenspiel und andersherum gibt es genügend, nur selten aber erfüllen sie Vorgabe und die Spielfreude des ursprünglichen Erfolgmodells. Aufgrund der historischen Meriten hat es Monopoly Deal besonders schwer, dem Erfolgsdruck vom Original gerecht zu werden, umso besser gelingt dies nach Testspielrunden diesem zackigen und fast schon süchtig machenden Kartenspiel. Wenn man so will hat Uno die Grundidee des Mau Mau clever genutzt und Monopoly Deal macht dies ganz ähnlich mit seinem berühmten Vorbild. Statt aufwendiger Geldscheine, langwierige Verhandlungen und rundenlangem Hoffen, endlich das letzte Straßenfeld besetzen zu können, geht es hier von Anfang schnell und spielspaßig ab; ganz egal, ob zu zweit oder mehreren, der Spielspaß ist hoch und der Wiederholungswunsch auch. Eine mehr als gelungene Adaption, die eine ganze Menge Fans gewinnen wird.
M. Gerhards
Wir danken dem Verlag/Hersteller für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!