Daedalic Entertainment

MACHINARIUM

PC-Spiel

Die unvergessenen Prototypen erstrahlen auch heute noch lebendig und königlich am Firmament der Schrottewigkeit. Die Rede ist von R2D2 und C3PU, den metallenen Helden aus der ersten Star-Wars-Serie, die mit ihrer Menschlichkeit und ihrem Charme alles gewonnen haben, was es auf der Empfindungsskala zu erreichen gibt. Süß und intelligent, clever und liebevoll.

Fortan blühte eine ganz neue Generation von künstlichen Helden auf, die weniger muskelbepackt, als molekular entworfen werden wollten. Das Gehirn aus Captain Future, Nummer 5 oder Robocop wären nur als wenige in einer Reihe von Unzähligen zu nennen. Nun endlich haben wir auch einen sympathischen und liebenswerten Helden im Computergenre, der nicht vom Film adaptiert wurde, sondern selbstständig von den Machern von „Edna bricht aus“ und „The whisperd world“ kreiert wurde: Josef. Ja, tatsächlich, der Held, ein Roboter, der sich, strategisch wichtiger Teil des Spiels, größer und kleiner machen kann, heißt Josef. Ein biblischer Name, der anderorts abschreckt, hier aber in die subtile, lockere und unaufgeregte Atmosphäre hervorragend passt.

Dem Planeten, man weiß nicht welchen, gilt es zu retten, in diesem Point-and-Click-Adventure modernster Prägung, was soviel heißt wie: keine Bugs (zumindest sind bei unserem Test keine aufgefallen), einfache Steuerung und Unterstützung während des Spiels. Neben einer einleitenden Erklärung während der Startsequenz, mit der man auf eine geschriebene wirklich verzichten kann, gibt es am oberen Bildschirmrand auch zu jeder Zeit die Möglichkeit einen Hinweis, oder sogar die Komplettlösung, abzurufen. Natürlich nur was für uncoole Adventurefreaks.

Aber Vorsicht! So bescheiden sich der Name Josef anhört, so einfach die Rätsel in den ersten zwei Stufen sind, umso knackiger und härter geht’s später weiter. Man darf sogar kühn behaupten, dass Machinarium einige der heftigsten Rätsel aller Zeiten aufgibt. Oder hat jemand schon mal erlebt, dass man sich mit einem Charakter so lange bewegen muss, bis ein anderer Charakter, der es einem pantomimisch gleich tut, das Seil, auf dem er sitzt, reißen lässt, und damit sein Item freigibt. Puhh, das ist starker Tobak, und das ist auch gut so, denn so ist ein rundum starkes Adventure entstanden, das auch von der Atmosphäre des Sounds profitiert, der sogar als zusätzliche Musik-CD dem Spiel beigelegt wurde.

Worum es inhaltlich in diesem Spiel geht, wurde noch nicht erwähnt, auch das ist Teil der Idee selbst. Klein-Josef lernt während des Spiels, was er zu tun hat. Anfangs erwacht er wie aus einem bösen Traum auf dem Schrottplatz, muss sich erst einmal selbst finden und merkt zumindest nach kurzer Zeit, dass nicht alle Mitgesellen freundlich sind, Bomben gebaut werden und man so über kurz oder lang mal wieder alles retten darf. Viel weniger wollen wir ja auch nicht.

Fazit: Das Spiel ist sehr liebenswürdig, so wie wir die Stars-Wars-Ikonen in Erinnerung haben. Mit Witz und Charme, sensationellen Hintergrundgrafiken, klarer Steuerung, dichter Musik und einer Menge Rätsel, die anfangs noch leicht daherkommen, aber später richtig knackig werden. Hiermit kann man sich den zahlreichen positiven Bewertungen anderer Spieletester eindeutig anschließen.

 

Rezension von Marco Gerhards

Wir danken dem Verlag/Hersteller für die freundliche Bereistellung eines Rezensionsexemplars!