Fiese 15
Würfelspiel
Schmidt Spiele
Strategisches Würfelzocken
Roll and Play ist der international wirksame Name einer Würfelspielreihe aus dem Hause Schmidt Spiele, welche sich zunächst einmal über die handwerklichen Kniffe des Spieles definiert. Denn der in diesen Spielen erstmalig, und meines Wissens auch landesweit einmalig integrierte Würfelturm ermöglicht es bei allen vier Spielen dieser Serie, jederzeit und überall die Würfel auszupacken. Vorbei die Zeiten, in denen man Unterlagen brauchte oder sich durch entsprechende Abdeckungen einen geeigneten Rahmen verschaffen musste. Dank des Würfelturmes werden die Würfel nicht nur abgefälscht und somit zufällig abgelenkt, sondern landen auch sicher im Boden des Turms. Eine smarte, intelligente und anwendungsfreundliche Idee, die hervorragend zu den Spielen passt.
Kniffel Extreme, schon jetzt ein vorbildliches Kultspiel, hat von allen aus dieser Serie die besten Anlagen, auch aufgrund seines legendären Vorgängers. Die anderen Spiele wie Geizen oder Extra bieten dafür cleveren Spaß für Zwischendurch, bei der auch Tüftler und Rekordjäger im Alleinspiel auf ihre Kosten kommen. Ganz besonders trifft das auch auf Fiese 15 zu; obwohl natürlich dieses Spiel mit bis zu sechs Spielern möglich (und dann natürlich auch richtig genial) ist, kann vor allen Dingen die Einzelvariante gefallen – ein gutes Zeichen für ein ansprechendes Würfelspiel.
Worum geht es? Aus fünfzehn Vorlagen-Plättchen, auf denen in verschiedenen Kombinationen sechs Würfel fünfzehn Punkte ergeben, müssen zehn herausgezogen und der Reihe nach abgespielt werden. Das einzelne Plättchen muss nun mit so vielen Würfen wie gewünscht (maximal können es sechs sein), dem Ergebnis entsprechen. Dabei erinnert das Grundprinzip ein wenig an den Klassiker vom Bratwurmeck. Wer unter einer vorgegebenen Augenzahl liegt, kann diese nutzen (wenn eine blaue Vier vorgegeben ist, kann man auch eine drei oder zwei zählen lassen), höhere sind ungültig - am besten sind natürlich diejenigen Zahlen, die genau treffen.
Mit Hilfe der sechs farbigen Würfel hat man nun also sechs verschieden Posten zu erledigen und die richtige Mischung aus Risiko und Vorsicht ist der entscheidende Kniff, um an der richtigen Stelle zu wissen, das im nächsten Wurf nichts Gültiges mehr dabei herausspringen wird. Denn: Passiert genau dies (keine gültigen Würfel dabei) endet der Zug automatisch und man hat nun nur noch die Möglichkeit, die vorgegebenen Augenzahlen zu wählen, die man bislang nicht herausgelegt hat. Die Anleitung erklärt diese Regeln simpel und anschaulich, es ist ein wirklich leichtes Spiel, das in wenigen Minuten erlernt wird und an dem auch Kinder ihre helle Freude haben werden.
Besonders schön sind noch zwei erweiterte Variationen, die in der kleinen, feinen Anleitung angeboten werden. Eine Handicap-Variante, bei der nur mit fünf vorgegebenen Würfeln gespielt wird und einem, je nach Spielstand vergebenen Würfelplättchen. So wird automatisch der in Führung liegende Spieler benachteiligt, was die Spannung bis zum Schluss hochhält - sehr gute Idee! Die Zockervariante hebt hingegen die Möglichkeit auf, bei ungültigen Würfen noch Punkte abzustauben.
Fazit: ein richtig schnelles, schmackhaftes, einfaches Spielchen, das aufgrund des hohen Glücks- und Risikofaktors vor allen Dingen auch bei Kindern hohes Interesse wecken wird und erfahrene Spieler zu süchtig machenden Rekordjagden verleiten wird.
Marco Gerhards
Wir danken dem Verlag/Hersteller für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!