Das magische Labyrinth – Kartenspiel
Schmidt-Spiele / Drei-Magier
Heiliger Wettlauf um Symbole
Der Drei-Magier-Spieleverlag hat 2009 mit dem magischen Labyrinth ein Highlight im Rahmen der Kinderspiele veröffentlicht. Der magnetische Mechanismus mit der Silberkugel sorgte nicht nur dafür, dass das Erreichen der magischen Objekte zur kniffligen Angelegenheit wurde, sondern auch, dass diese Idee den berechtigten Preis des „Kinderspiel des Jahres“ einheimsen durfte. Bei den drei Magiern, die seit jeher mehr auf Qualität als auf Quantität setzen, nicht das erste Mal, dass ein Spiel dekoriert wurde. Bereits seit über zehn Jahren erfreut sich die Spielegemeinde an liebevoll gestalteten Leckerbissen aus der Schmiede im fränkischen Uehlfeld.
Nach so einem erfolgreichen Brettspiel liegt die Idee nahe, Adaptionen und Erweiterungen auf den Markt zu bringen. Das Kartenspiel des magischen Labyrinths muss sich also nun mit der erfolgreichen Vorlage messen lassen. Das Spielprinzip ist selbstverständlich das Alte geblieben, nur die Methodik der Mauern unterhalb des Spielfeldes wurde durch Karten ersetzt, die die Mitspieler geschickt gegen das Vorwärtsscheiten des Gegners einsetzen können. Ein einfaches Prinzip: Simsalabim rufen, eine Hinderniskarte ausspielen und den Gegner, der gerade auf dem Weg war, sich eines der fünf benötigten Symbole zu ergattern, zurück aus Startfeld schicken.
Eine von 20 Symbolkarten wird immer zu Beginn einer Runde gezogen, das Ziel ist nun für alle sichtbar. Mit Hilfe eines Würfels, der Werte von 1 bis 3 darstellt, können die notwendigen Schritte gemacht werden, allerdings nur horizontal oder vertikal. Das Kartenspiel benötigt also eine ähnliche Brettunterlage für das flüssige Spielgeschehen, ein reines Agieren mit Karten wird hier mit dem Spielbrett vermischt. Besonderer Reiz kommt auf, wenn statt der Ziffern ein Fragezeichen gewürfelt wird, dann nämlich darf man sich eine beliebige Hinderniskarte vom Gegner einfordern. Das X auf dem Würfel hingegen ist der Super-GAU, dass heißt direkt zurück zum Startfeld.
„Das magische Labyrinth Kartenspiel“ spielt sich leicht und der Ablauf ist allen schlüssig, vor allen Dingen die kleinen Zauberer können in diesem übersichtlichen Spiel ihre Reaktionsfähigkeit schulen. Im Vergleich zum großen Bruder hat das Spiel aber etwas an Raffinesse und vor allen Dingen an Strategie verloren, denn das Ziehen der Karten und der Wert des Würfels sind eben primär vom Glück abhängig. Besonders positiv ist, wie immer bei den Spielen aus dem Hause Drei Magier, das Layout des Spielmaterials und die zauberhafte (nomen est omen) Gestaltung. Mit Liebe zum Detail und kindergerechten Darstellungen gewinnt der visuelle Aspekt dieses Spiels viele Pluspunkte.
Gerade für Familien ist dieses Spiel, bei dem zwei bis vier Magier gegeneinander antreten können, ein gelungenes und kurzweiliges Vergnügen. Je nach Hinderniskartenfrequenz dauern die Spiele 15 bis 25 Minuten, der Schwierigkeitsgrad ist gering, so dass vor allen Dingen junge Spieler hier erste Erfolgsmomente haben dürften. Zusammen mit dem schönen Design also ein magisches und gelungenes Spielchen für Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsexperten.
Marco Gerhards
Wir danken dem Verlag/Hersteller für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!