Boggle Flash

Hasbro

Würfelspiel (elektronisch)

Wortspaß mit elektronischer Hilfe

Damals, in den nun schon unendlich weit zurückliegenden 90er Jahren, war es in unseren sprach- und wortbegeisterten Kreisen das größte sonntagabendliche Vergnügen den Tatortzuschauern den selbigen zu überlassen und uns stattdessen an die Lösung von sprachlichen Rätseln zu wagen. Ein schon fertig studierter Germanist in unserer Runde hatte dieses Wortspiel eingeführt, wofür keiner einen Namen fand (und den man ohne Internet auch nicht so leicht finden konnte), das dafür aber umso spaßiger und lebendiger war. Die Idee war ganz einfach: Jemand rief ein längeres Wort der deutschen Sprache (gerne auch zusammengesetzte Hauptwörter) und in der nun fest gelegten Zeit musste man so viele Wörter wie möglich aufschreiben, die sich aus den Buchstaben dieses einzigen Wortes bilden ließen. Und das waren immer wieder ganz schön viele; und er und es waren ständig dabei. Aber auch diese kleinen Pronomina gehören ja schließlich dazu.

Nun sind fast zwanzig Jahre vergangen und leider gibt es diese schöne Spielrunde nicht mehr, das Spiel ist irgendwie in Vergessenheit geraten, bis neulich jemand mit Boggle daherkam. Eine pfiffige Mischung aus Scrabble und Buchstabenkniffel, bei dem man mit bestimmten Buchstaben Wörter bilden muss. Das Ganze mit Punkte- und ausgeklügeltem Regelsystem und irgendwie schon nah dran an unserem alten Lieblingsspiel. Es sollte und ist noch besser gekommen: mit Boggle Flash, der elektronischen Variante, die mir meine Spielpartner von damals genial ersetzt.

Fünf elektronisch vernetzte Buchstabenwürfel werden per einfachen Knopfdruck zum Spielstart gebracht. Wie jetzt? Würfel legen einfach von selber los? Nun, man legt sie nebeneinander, so dass sie sich berühren, und der Mechanismus sorgt dafür, dass sie miteinander kommunizieren. Machen Pflanzen ja auch, warum sollen es Würfel nicht können? Wer die grandiose Monopoly Revolution aus dem gleichnamigen Hause kennt, weiß, dass Hasbro in Sachen elektronischer Spieleentwicklung ganz weit vorne ist. So ist es auch hier und es lassen sich je nach Spielvariante drei mögliche Szenarien an Aufgaben ausmachen.

In der meines Erachtens einfachsten, aber dennoch schönsten Variante erscheinen nach Knopfdruck fünf Buchstaben, die man dann entweder mit drei, vier oder allen fünf dieser Würfeln so nebeneinander legen muss, dass ein sinnvolles Wort dabei herauskommt (Die gültigen Wörter sind in der Datenbank der Würfel und umfassen mehrere zehntausend Wörter!). Immer wenn man das schafft, ertönt ein akustisches Signal, so dass man schnell umlegen kann, um ein neues Wort zu bilden. Das Ganze läuft nach Zeit ab und auch diese wird akustisch (als Warnsignal kurz vor Ende) mitgeteilt.

Boggle Flash 5 limitiert das gleiche Prinzip auf immer fünf Buchstaben pro Wort, Boggle Reihum macht aus dem Solitärspiel, was sich einfach wunderbar allein zwischendurch zocken lässt, einen Partykracher, bei dem der Reihe nach (einzeln oder in Teams) probiert werden darf, und bei dem immer derjenige rausfliegt, der kein Wort bilden kann. Gerade dank der innovativen Technik sind solche Spiele nicht Silizium überfrachtet, sondern anwenderfreundlich ausgebaut; man schaue nur, wie gesagt, das wirklich faszinierende Monopoly Revolution an.

Fazit: Boggle Flash baut auf das klassische, gripsanregende Wortspiel auf und macht es dank einfachster Methodik zu einem computergenerierten Spielspaß, der überall und zwischendurch gespielt werden darf. Die kleine, handliche Box mit den Regeln und den fünf Würfeln sorgt darüber hinaus für einfaches Transportieren, so dass man, weil sich die Welt ja doch zum Habituellen hin verändert hat und jetzt doch alle Sonntagsabends Tatort gucken wollen , eben währenddessen schnell den Wohnzimmertisch nutzen kann und eine pfiffige Runde dieses akrobatischen Gehirnspaßes spielen kann. Wortspielfreunde unbedingt zuschlagen.

Marco Gerhards

Wir danken dem Verlag/Hersteller für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!