ANKH – Kampf der Götter

Daedalic Entertainment

PC-Spiel

Göttlicher Spaß am Nil

Das muß man erst mal schaffen: Einen eigenen Eintrag für Wikipedia. Und das bei geschätzten zwanzigtausend Neuveröffentlichungen auf dem Computerspielmarkt jedes Jahr, bei Sternchen und Starlets, bei Wichtigkeiten und Legendärem, bei Wissenschaft und angeblich so wirklich Bedeutendem. Irgendwas davon muss man zumindest auch getan haben oder sein, sonst käme ja jeder ins große Onlinenachschlagewerk. Aber nur wenige Computerspiele haben es geschafft, Kultstatus und historische Dimensionen, Sequels und begeisterte Fans, viel Humor und eine gute Story zu erreichen – und das dauerhaft. Das also sind sie, die Grundlagen für den Eintrag von Ankh, dem Computerspiel von Daedalic Entertainment, das nun seit gut fünf Jahren den Markt beglückt und seit geraumer Zeit auch bei den Wikipedianern zu finden ist.

Assil, unser junger ägyptischer Held, steht also auf einer Stufe mit Guybrush Threepwood oder Zak McCracken. Ehrungen, Preise und eben legendäre Einträge im Internet hat er bereits hinter sich, ebenso wie zwei spannende und vor allen Dingen lustige Abenteuer im altehrwürdigen Pharaonenreich. Der dritte Teil ist der Kampf der Götter oder anders ausgedrückt: ein göttliches Spiel mit den inneren Logismen gewiefter Adventurefreaks.

Zum Inhalt im Kurzen: Die ägyptischen Götter streiten ernsthaft und Assil nebst Thara, der kongenialen Partnerin des Jungspunds, die selbstverständlich wieder mit dabei ist, und weiteren Begleitern müssen das Schlimmste verhindern und den gemeinen Gott Seth überlisten. Ansonsten ist es nämlich aus mit easy living und Assils Adventurefreizeit. Und so geht der Spaß wieder von vorne los. Das Erforschen, das Erlabern, das Erlachen. Allerdings mit verbesserter Grafik, na logo, und optimierter Spielsteuerung (Doppelklickrennen und Orte schneller wechseln), dafür aber mit der gleich bleibenden Premiumadventurequalität. Dazu gehört auch, in Ankhs Falle zumindest, leichte Spielbarkeit. Das Spiel können und sollen eben auch Zehnjährige schon schaffen. Es ist gut so, dass Ankh auf dem Markt im Gegensatz zu den vielen brutalen und schweren, also wirklich für Erwachsene gemachte Spiele, eine lohnenswerte Ausnahme anbietet. Und ganz nebenbei: Kinderleicht ist dieses Spiel nicht, sondern nur sympathisch und adressatengerecht und zu den Adressaten gehören alle, nicht nur Kinder.

Das Tolle an allen Ankh-Spielen ist nach wie vor, und daran ändert sich auch hierbei nichts, der schrille Humor und die witzigen Charaktere und die das alles so herrlich untermalende Sprechsynchronisation. Oliver Rohrbeck alias Justus Jonas alias Assil. So geht das jetzt schon mehrere Jahre und es geht gut so, sehr gut sogar. Dazu neue Spaßorte: Luxor als nächtlicher Glückspieltempel und, endlich mal raus aus der Wüste, Wikingerdörfer! Ach könnte man doch einmal nur Adventureerfinder sein. Es muss herrlich sein, so richtig schöne Träume zu gestalten, die Wikinger jedenfalls dürften einer davon sein. So oder so, wir als Endverbraucher haben an dieses Bildern und dem dazu passenden Klangteppich wieder unsere ganze Freude.

Die Frage, ob es das beste Ankh-Spiel aller Zeiten ist, ist unnötig. Ankh ist grundsätzlich eines der besten aller Zeiten und von Sequels muss man zumindest technische Weiternetwicklung sowie neue Gags und eine die Spannung und die Qualität haltende Story erwarten. Und? Was haben wir von den Jack-Keane-Machern erwartet? Nichts anderes, als das, was dabei herausgekommen ist.

Das echte Ankh-Sympol, die ägyptische Hakenschlaufe, ist bekanntermaßen ein Symbol für die Unendlichkeit und die stetige göttliche Inspiration. So gesehen ist der Name hier weiterhin Programm und ein dauerhafter Auftritt, nicht nur bei Wikipedia, sondern ganz allgemein im Universum mehr als absehbar.

M Gerhards

 

Wir danken dem Verlag/Hersteller für die freundliche Bereistellung eines Rezensionsexemplars!